Lu Düsenbär

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Samstag, 19. September 2015

Lu gestrandet in Brooklyn - Auch Bären bleiben stecken

Liebe Luisa, 

das glaubst du nicht! Mir ist vielleicht was passiert auf meiner letzten Reise. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Bin immer noch aufgeregt.

Alles fing damit an, dass Düsenmutti Anke ganz hibbelig an den Crew Check-In kam und mich gesucht hat. Sie hat mir erzählt, dass sie das Flugzeugmuster gewechselt hat und jetzt keinen Jumbo sondern den 380er fliegt. 

Die Umschulung hatte sie schon hinter sich und heute war der große Tag. Heute war ihr erster Flug auf dem „Dicken“ und sie hat mich gefragt, ob ich sie begleiten würde. So quasi als moralische Stütze. Na klar! Nichts lieber als das. Mal wieder den Duft der weiten Welt um die Nase wehen lassen.
Auf nach New York, genauer gesagt nach Brooklyn, denn da ist ja unser Crew Hotel. Ich habe mich total gefreut. Das Wetter dort sollte super sein. Das sind die Reisen, die ich mag.

Also, erst mal ab zum Briefing und dann in den Flieger. Habe mich mal hier und dort im Flieger rum getrieben, weil ich meine Düsenmutti nicht stören wollte bei ihrem ersten Flug auf dem neuen Flugzeugmuster. Da ist ja doch alles woanders und man muss sich erst einmal zurecht finden. Ich bin ja schon oft den 380er geflogen. Konnte ihr dann auch das ein oder andere zeigen. War sehr kurzweilig der Flug und schwuppdiwupp, waren wir auch schon in New York. Na das ging mal flott.  




Ich durfte vorne im Cockpit landen und wir hatten eine tolle Sicht auf Long Island und die Strände. 


Es war Wochenende und zahlreiche kleine Boote kurvten dort rum. Ich finde den Blick aus dem Cockpitfenster immer toll. Wenn man sieht, dass man der Landebahn immer Näher kommt. 

Das ist schon echt cool.  Schau mal, ich habe ein Timelaps Video für dich gemacht Luisa. Sieht lustig aus, oder? 30 Minuten Landeanflug in einer Minute.
Jetzt mussten wir noch die Einreiseformalitäten hinter uns bringen und dann ab in den Crewbus!



Alle Mann, ähm und Frau natürlich, ab ins Crewhotel. Strahlendblauer Himmel, 30 Grad und Big Apple. Besser geht’s nicht. 


Zuerst sind wir schön an die Uferpromenade von Brooklyn gelaufen und haben den Blick auf die Skyline genossen. Es ist immer wieder grandios. Ich kann davon einfach nicht genug bekommen. 

Danach sind wir noch mit vielen Crewmembern essen gegangen und im Hotel dann müde ins Bett gefallen.





Eigentlich sollten wir am nächsten Tag gegen Mittag wieder für den Rückflug abgeholt werden und dann kam alles anders. STREIK!! 


Es war Anke’s und mein erster Streik. Ich bin wach geworden, weil ich etwas rascheln gehört habe. Du kennst mich ja Luisa, neugierig wie ich bin, bin ich aus dem Bett gehopst und zur Zimmertür gelaufen und da lag eine Mitteilung von unserer P2 Nina.




Dort stand, dass sich unser Rückflug verzögern würde uns wir uns alle um 11 Uhr in der Lobby treffen, um alles weitere zu besprechen. Ich habe dann vollkommen aufgeregt Anke geweckt. 

Die war auch total überrascht, weil die Zeit eigentlich gereicht hätte zurück zu fliegen. Das Problem war aber, dass in Frankfurt nicht so viel Parkfläche für all die Flugzeuge gewesen wäre und schon gar nicht für die A380er. Also mussten wir länger bleiben. 


Wir zwei also runter in die Lobby. Dort saßen schon alle. Wir bleiben also zwei ganze Tage länger in New York. Wow, was für eine Nachricht. Ich habe mich ja gar nicht getraut es zu sagen, aber ich habe mich da drüber riesig gefreut. Zwei Tage länger in New York um die Stadt zu erkunden. Ich fand das klasse. Ich musste immer aufpassen, dass ich vor lauter Freude nicht im Kreis gegrinst habe. Habe dann besser mal mein traurig-betrübtes Gesicht aufgesetzt. War glaube ich besser.


Die anderen aus der Crew waren gar nicht so glücklich über den Streik. Eine Düsenmutti hat sogar die Einschulung von ihrem Kind dadurch verpasst. Sie war ganz traurig und wir haben alle versucht sie zu trösten. 
Ich habe mal schnell Schokolade besorgt und habe gehofft, dass ihr das ein bisschen hilft. Wir haben alles versucht, dass sie doch noch rechtzeitig zurück fliegen konnte, aber leider hat es nicht geklappt. 
Das fand ich auch ganz schlimm. Stell dir mal vor, wenn Mama oder Papa nicht bei unsere Einschulung dabei gewesen wären. 

Andere Düsenmuttis mussten jetzt regeln, dass ihre Kinder noch länger betreut werden. Wieder andere mussten ihren Hunde- und Katzensitter informieren und Termine verlegen. Ist gar nicht so einfach das alles aus der Ferne zu regeln. Ich hatte es da richtig gut. Bei mir war nichts zu regeln und ich konnte die extra Zeit genießen.

Ganz ehrlich Luisa, ich habe da noch nie drüber nachgedacht. So ein Streik bringt auch bei den Kollegen alles durcheinander, nicht nur bei den Gästen. Das ist für die Crewmitglieder eine sehr schwierige Situation. Sie kommen auch nicht weg, selbst wenn sie wollten. Oder ihre kompletten Dienstpläne werden auf den Kopf gestellt und viele Termine können nicht eingehalten werden. Ist also auch für sie nichts Schönes.


Nun gut, es ist wie es ist, wir waren jetzt also gestrandet in Brooklyn und haben das Beste draus gemacht. Am ersten Tag sind wir noch mit Kollegen zu Fuß los gezogen. 

Über die Brooklyn Bridge zu Ground Zero gelaufen. Ich habe ihnen dort meinen Lieblingsbaum gezeigt, den Survivor Tree und seine Geschichte dazu erzählt. Die kannten die noch gar nicht. Anke hatte mir ja versprochen mit mir mal auf den neuen One World Trade Center zu gehen. Diesmal aber nicht. Es war Labour Day und es war unglaublich viel in dieser quirligen Stadt los.  



Wir haben uns einen leckeren Smoothie gegönnt. Da konnte man aus allen möglichen frischen Früchten, Kräutern und Gemüsesorten auswählen. Manche Smoothies hatten danach eine echt schräge Farbe. Geschmeckt haben sie aber trotzdem super lecker.

Wir sind dann alle zusammen zum High Line Park gefahren. Ich bin U-Bahn in New York gefahren. Mega cool! Wie in den Filmen. Na ja, eigentlich bin ich ja schwarz gefahren. Anke hatte ein gültiges Ticket und hat mich mit durch die Kontrolle genommen. Ich fand es total cool in der Subway. 


Die Züge rasen in die Station. Viele Menschen steigen ein und aus und alles sieht ein bisschen gruselig aus. Ich glaube Nachts würde ich da nicht alleine einsteigen. 



Im Meatpacker District sind wir dann ausgestiegen. Hier fängt der High Line Park an. Der hat mir richtig gut gefallen. So einen Park kannte ich noch nicht. Es ist vermutlich der schmalste Park der Welt. Weißt du warum?  



Eigentlich ist das eine alte Hochbahntrasse, die früher den Güterverkehr durch New York gefahren hat. Irgendwann wurde sie nicht mehr genutzt und lag sehr lange still.




Man hat dann 2006 angefangen eine Art Hochpark aus ihr zu machen. Die alten Schienen kann man überall mal sehen. Er ist toll bepflanzt und überall sind schöne Möglichkeiten sich zu setzten und den anderen Blick auf die Stadt zu genießen. 




War irgendwie schon cool die Stadt aus dieser Position zu sehen. Dort war auch ein Lego Projekt. Jeder konnte da etwas aus Legosteinen bauen. Total cool. 

Abends sind wir wieder zusammen essen gegangen und dann war unser erster Tag in New York auch schon vorbei. Wow, das ging echt flott. Mir taten abends ganz schön meine Bärentatzen weh und ich war froh, als ich endlich in meinem riesigen, kuscheligen Bett lag. Morgen lag ein neues Abenteuer lag vor mir, also erst mal schlafen.


Der nächste Tag sollte auch toll werden. Wir haben mit 13 Crewmitgliedern zwei Autos gemietet und sind Richtung Long Island gefahren. 


Luisa, wusstest du, dass ganz in der Nähe von New York endlos lange Strände sind? Ich wusste das nicht so richtig. Wir sind zwar bei der Landung dort drüber geflogen, aber irgendwie habe ich diese wunderschönen Strände überhaupt nicht mit New York in Verbindung gebracht. Es war wunderschön dort.

Long Island ist 190 km lang und mehr als 30 km breit. Von der Fläche ist es fast so groß wie Mallorca. 


Es sind auch viele kleine Inseln rund herum. Wir waren schwimmen, haben uns die Gegend angeschaut und waren lecker essen. Eigentlich wollten wir bis South Hampton fahren, aber das war uns dann doch zu weit.  


Es war ein toller Tag und genau das Gegenteil zum hektischen lauten New York. Natur, Strände und Ruhe. Wir haben sehr viel gelacht und sind abends dann wieder richtig müde im Hotel angekommen. Auf dem Rückweg hatte ich den schönsten Sonnenuntergang seit langem. Schau mal.

Die Zeit verging wie im Fluge.


Am nächsten Morgen sind meine Düsenmutti und ich noch ein bisschen durch Brooklyn gebummelt und haben Fotos gemacht.  Sie hat mich gefragt, ob ich auch mal ein paar Bilder machen möchte. Na klar!!


Das hat mir vielleicht Spaß gemacht. Ich durfte Bilder aus meiner Perspektive schießen. Die sehen ganz anders aus, als die normalen Bilder.
Beinah wäre ich dabei von einem Rennrad überfahren worden. Ups. Immer schön aufpassen. Guck mal. Gefallen dir meine Bilder auch? Ich fand das cool, dass ich auch mal Fotos machen durfte. Mache ich in Zukunft öfter, falls mir eine Düsenmutti wieder ihre Kamera leiht. 

Tja, aber auch der schönste Umlauf geht mal zu ende. Kaum hier, war unser Zwangspausenthalt in New York auch schon wieder vorbei. Ich hätte noch länger bleiben können. Es kam mir gar nicht so vor, als wären wir zwei Tage länger hier gewesen. Ich hätte noch mindestens für 10 Tage Ideen gehabt, was wir anstellen könnten. 

Der Rückflug ging total schnell. Gerade mal 6:30 Stunden und wir waren schon wieder in Frankfurt. Das ist wirklich immer noch unglaublich für mich, wie schnell man an einem ganz anderen Punkt der Welt ist. Kann ich oft immer noch nicht glauben. Es ist anstrengend, aber auch toll. Bin jetzt schon gespannt, wo mich mein nächstes Abenteuer hin treiben wird und was ich dort wieder für neue Dinge sehen und erleben werde. 


Bis bald Luisa, pass auf dich auf,
dein Lu

P.S. Luisa, ich habe noch eine Diashow für dich gemacht. Wir haben so viele coole Sachen dort gesehen, die Bilder konnte ich nicht alle in der Geschichte veröffentlichen. Viel Spaß!!!!!



© Anke Mössner 2015


Samstag, 23. Mai 2015

Christmas in Boston? Oder Goldrausch und Schokolade?

Hallo Luisa,

heute geht es wieder auf die Reise. Dieses Mal ist es zwar nur eine kurze Dauer, aber ich freue mich aus Boston in Amerika. Boston liegt an der Ostküste der USA im Bundesstaat Massachusetts. Es ist die größte Stadt in Neuengland, so heißt die Gegend hier. 

Boston ist eine der ältesten und wohlhabendsten Städte Amerikas. Hier ist auch die Harvard Universität. 

Ich habe mir jedenfalls schon mal ein Plätzchen mit Aussicht gesichert und muss gut auf das Kofferlabel aufpassen. Das muss meine heutige Düsenmutti gleich an den Koffer kleben, damit mein Schlafanzug und meine Zahnbürste überhaupt in Boston ankommen.


Ich darf heute mit Düsenmutti Rebecca und Britta in der First Class reisen. Man sitzt da ganz oben im Flugzeug. Heute fliegen wir mit einem Jumbo oder auch B747.


Wenn ich von hier oben aus dem Fenster gucke, ist das wie von einem Hochhaus runterschauen....

Der Kapitän hat gesagt, daß heute ein ganz besonderer Flug ist, weil ich ja dabei bin. 

Deshalb dürfen die Düsenmutti und ich im Cockpit starten und landen. Die Düsenmutti soll auf mich aufpassen....die ganzen Knöpfe und Hebel sind aber auch zu verlockend....wofür die nur alle da sind.......


Da muß ich gleich direkt mal die Piloten fragen.
Aber erstmal müssen wir ganz leise sein, weil die Piloten sich auf den Start vorbereiten und dabei sprechen sie immer mit Menschen, die in einem Kopfhörer arbeiten. 

Diese sagen den Piloten so wichtige Dinge, wie z. B. der Wind gerade steht und wie sie sich in die Warteschlange vor der Startbahn einreihen müssen. Vordrängeln darf sich hier keiner!

Also das auf dem Foto ist, glaube ich, der beste Platz im Flugzeug. Das war schon fast wie Fliegen......

Als wir dann gestartet sind, konnte man sehen, wie groß der Frankfurter Flughafen eigentlich ist. Wußtest du, das der Frankfurter Flughafen der 12. größte Flughafen der Welt ist? 
Schau mal, wie klein die Flugzeuge von hier oben aussehen.....


Auf dem nächsten Foto sitze ich auf dem Schubhebel. Damit gibt man quasi Gas....

Wenn man die Hebel ganz nach vorne drückt, gibt man Schub auf die Triebwerke. Die heulen dann ganz laut auf und dann kribbelt es im Bauch vor Aufregung. 

Das ist ein tolles Gefühl...zum Start werden die Schubhebel dann ganz nach vorne geschoben und aus dem Stand beschleunigt das Flugzeug und wird ganz ganz schnell, ca. 300 km/h. 

Das ist viel schneller als ganz schnell auf der Autobahn im Auto. Ganz oben im Himmel fliegt es sogar noch schneller. Fast 900 km/h schafft es da... und trotzdem brauchen wir über 7 Stunden nach Boston. Das ist wirklich ganz schön weit weg, ganz genau 5.896,52 km weit weg!


Ach ja und ich wollte die Leute in dem Kopfhörer natürlich auch mal kennenlernen und hallo sagen....

Die haben dann gesagt, wir sollen bitte jetzt mal nach rechts abbiegen und das wir auf eine andere Flughöhe steigen sollen. Unterhalten konnten die sich leider nicht mit mir.

Die mußten sich ganz doll konzentrieren, weil sie mit ganz vielen Flugzeugen gleichzeitig kommunizieren und da kommt man sonst durcheinander. Fluglotse ist ein sehr verantwortungsvoller Beruf.


Hier gibt es sogar eine eigene Post im Cockpit....zwischendurch kommen da tatsächlich Briefe an. Neeee, da kommt natürlich nicht der Briefträger mit dem gelben Fahrrad vorbei. Das geht hier alles voll elektronisch. 

Das sind Acars Telexe. Da stehen wichtige Informationen für die Piloten und auch die Crew drauf. 
Meinen Brief an dich darf ich darüber aber nicht schreiben. Nur die Piloten nutzen das um sich mit den Bodenstationen auszutauschen, was nicht über Funk gesagt wird. Z. B. steht da drauf, wie das Wetter in Boston sein wird, wenn wir ankommen.


Auf dem nächsten Foto siehst du mich auf dem Fahrwerkshebel sitzen....ich bin ja echt ein Leichtgewicht, sonst dürfte ich das natürlich nicht.

Wenn man den Hebel runterdrückt, gehen unter dem Flugzeugbauch Klappen auf und die Räder fahren aus, damit wir sanft und sicher in Boston landen können.

Dann sagen die Piloten "Gear down" und einer drückt den Hebel und dann hört man im Flugzeug wie die Räder ausfahren. Das merkt man auch. Dann wird es auf einmal lauter, weil der Luftwiderstand größer wird und es ruckelt dann ein bisschen. 



Über den Wolken ist immer Sonne! Meine Düsenmutti sagt, daß das eine der vielen schönen Seiten an ihrem Beruf ist. 

Egal wie das Wetter auf der Erde ist, sie sieht an einem Arbeitstag immer die Sonne beim Fliegen. Das ist wirklich schön, denn mit Sonne hat man direkt viel bessere Laune!


Zwischdendurch mußte ich aber auch mal was essen. Die Düsenmutti hat gesagt, nur Honig geht nicht! Also haben wir abgemacht, daß ich erst gesundes Gemüse esse und zum Nachtisch leckeren Honig.

Es ist zur Zeit Spargelsaison und deshalb gab es eine Riesenportion Spargel mit Soße. Danach war ich ganz schön satt.....ob die Düsenmutti mir extra soviel Gemüse gegeben hat, damit für den Honig kaum noch Platz war........


Nach 7 Stunden Flug sind wir dann auf Boston zugeflogen. Da es direkt an der Küste liegt, gibt es da auch viele Strände...schau mal wie schön es da unten ist....



Nach dem Flug meinte der Kapitän, daß ich jetzt schon ganz schön viel über das Fliegen weiß und ich deshalb quasi auch ein Kapitän sein könnte. Stell dir das mal vor Luisa.....so sähe ich dann aus....hi hi

Na die Mütze ist mir wohl doch etwas zu groß.... und ich bin auf einmal ganz schön müde geworden. Da sagte der Kapitän ganz lieb, daß ich mich doch einfach ein bisschen ausruhen soll....


Das kurze Schläfchen hat mir gut getan und ich war wieder fit für einen kleinen Spaziergang durch Boston.


Dabei haben wir ein Geschäft entdeckt und ich habe mich gefragt, ob in Boston immer Weihnachten ist....aber die Düsenmutti sagt, daß in Amerika auch nur einmal im Jahr Weihnachten ist. 

Aber die Amerikaner lieben Weihnachten und deshalb gibt es ganz viele solcher Geschäfte. Schon ganz schön verrückt. Du kannst dir nicht vorstellen, was es dort alles zu kaufen gab!

Nicht nur so langweilige Kugeln, wie bei Oma am Baum. Da gab es wirklich alles. 


Und dann habe ich hier sogar noch Freunde gefunden, Luisa schau mal...

Das sind ganz schlaue Bären. Sie gehen hier auf die berühmte Harvard Universität und werden später einmal Arztbären oder Rechtsanwaltsbären..... 


Zum Abschluß des Tages habe ich noch ein riesiges Eis bekommen. Danach hätte ich fast einen Arztbären gebraucht, so kugelrund war mein Bauch von dem Eis.

Es war so unglaulich lecker und hatte bestimmt 3 Mio. Kalorien. Wir haben es bei Ghiradelli gegessen. 
Diese Firma gibt es schon seit 1849! Domingo Ghiradelli war ein Einwanderer aus Italien und kam zur Zeit des Goldrausches nach Amerika. 


Er gründete ein kleines Geschäft in einem Goldminen Camp und war ganz schön clever. Domingo stellte nämlich fest, dass die Minenarbeiter gerne ihren Goldstaub für ganz leckere Dinge ausgeben. 
Da fing er an und stelle wahnsinnig leckere Schockoladenprodukte her. Das war vielleicht ein Schlaubär. Ich muss zugeben, wäre ich damals in diesem Camp gewesen, hätte ich ihm auch meinen Goldstaub gebracht. So lecker sind die Sachen.

Abends waren die Düsenmutti und ich richtig müde und nach einem letzten Blick aus dem Fenster, habe ich mich an meine Düsenmutte gekuschelt und nach einer schönen Gute-Nacht Geschichte bin ich eingeschlafen und habe davon geträumt, das wir uns ganz bald wiedersehen Luisa....


                     Gute Nacht Boston.....




©Rebecca Kraft & Anke Mössner 2015


Donnerstag, 12. Februar 2015

Mein erster Flug - Ich bin der König der Welt!

                                                                                                        12. Februar 2015



Luisa, Luisa!

Ich fliege nach Chicago! Chicago, kannst du dir das vorstellen. Ich habe gerade mal nachgeschaut wo das ist. Chicago ist in den Vereinigten Staaten von Amerika und liegt im Bundesstaat Illinois. Wow, ich werde fast 7000 km von zu Hause fort sein. 

Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich dachte immer Oma und Opa wohnen weit weg, aber Papa sagt, das wären nur 50 km. Ich fliege heute fast 7000 km mit einem riesen großen Flugzeug. Die Düsenmutti hat gesagt es ist ein Jumbo. 

Nein, nicht ganz richtig. Sie hat gesagt es ist eine Boing 747-800, das schönste Flugzeug am Himmel. Man nennt es auch die Königen der Lüfte. Ich kann gar nicht Abwarten bis wir gleich los gehen. 

Wusstest du, dass in den Jumbo mit dem ich heute fliege 364 Passagiere passen?! Bei manchen Fluggesellschaften passen sogar 467 Passagiere rein. Die Düsenmutti sagt, dass das dann aber sehr eng ist. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Bei uns in der Grundschule sind wir 250 Kinder und das finde ich in der Pause schon immer unglaublich viele. 

In den Jumbo passen noch viel mehr rein, plus die Crew. So nennt man die Mitarbeiter, die sich während des Fluges um einen kümmern. Ich weiß überhaupt nicht, wie das gehen soll. Das ist alles so aufregend hier. Ein bisschen mulmig ist mir aber jetzt schon. Ich bin ja noch nie geflogen. Die Düsenmutti hat gesagt, ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Es kann nicht passieren. 

Wenn wir Starten und während des Fluges kann es manchmal ein bisschen Wackeln. Das ist aber nicht schlimm. Sie sagt, das ist, wie mit einem Auto über Kopfsteinpflaster fahren. Das ruckelt und holpert ja auch, aber passieren tut nix. Ich glaube ihr das. Wir gehen jetzt zum Flugzeug.

Oh Luisa, schau nur. Sie hatte recht. Das Flugzeug ist wunderschön und riesig. 

Es ist länger als breit , ich hätte nicht gedacht, das es Fliegen kann. 

Die 747-800 ist 76,3 m lang, aber nur 65,5 m breit. 

Wenn sie Abhebt ist sie fast 450 Tonnen schwer. Wahnsinn. Kannst du dir das vorstellen? Ich wiege gerade mal 30 Gramm und kann nicht Fliegen. Wie machen die das nur? Das ist mir wirklich ein Rätsel. 

Ha, ha, guck mal. Sie hat aus Quatsch gesagt, ich muss hier drin Reisen. Das stimmt aber nicht, da kommt nur das Handgepäck rein.

Ich habe einen riesig großen Sessel. Den kann man verstellen und ich habe sogar einen eigenen Fernseher mit ganz vielen Kinderfilmen. 


Heute darf ich mit ihr in der Business Class fliegen. Da sind die Sitze größer. Guck mal, wieviel Platz ich hier habe.  Diese Sitzplätze sind allerdings auch teurer, wenn man sie bucht. Es gibt nicht so viele davon im Flugzeug. 

Man muss sich immer gut Anschnallen. So wie beim Autofahren. Am besten lässt man den Gurt, während des ganzen Fluges geschlossen, das ist sicherer sagt sie. Falls das Flugzeug mal über das Wolkenkopfsteinpflaster fliegt. Wenn es so wackelt im Flieger, dann nennt man das Turbulenzen.

Gleich geht es los, wir Starten. Uiii, ich werde ganz doll in meinen Sitz gedrückt, so schnell rollt das Flugzeug jetzt. Das macht Spaß! Und schon heben wir ab. Unten war ganz schlechtes Wetter. Nur Wolken und Regen. Man konnte kaum etwas sehen. 

Wir steigen immer höher und immer höher und alles wird klitzeklein. Wenn ich aus dem Fenster gucke, dann wird alles weiß. Die Düsenmutti sagt, wir fliegen jetzt durch die Wolken, die wir vom Boden aus gesehen haben. Das wackelt ein bisschen. Lustig. 


Oh mein Gott, Luisa! Wir sind jetzt oberhalb der Wolken. Der Himmel ist so unglaublich blau und die Wolken unter uns sehen aus wie ganz weicher Schnee. Wunderschön. Ich wünschte, du könntest das sehen. Das kann ich dir kaum beschreiben. Das ist wie Vanilleeis mit heißen Kirschen. Ein Traum. 

Die anderen Flugzeuge schreiben weiße Streifen in den Himmel. Es sieht so schön aus! So etwas habe ich noch nie gesehen. Hier oben ist der Himmel viel, viel blauer, als am Boden. Soooo, schön. 

Die Düsenmutti sagt, dass das eines der schönen Dinge, dass sie am Fliegen so liebt. 

Egal wie das Wetter am Boden ist, hier oben scheint immer die Sonne oder man sieht die Sterne, den Mond oder die wundervollsten Sonnenunter- oder Sonnenaufgänge. Da hat sie recht. Ich könnte stundenlang aus dem Fenster schauen. Manchmal kommen Wolkenlücken und man kann bis zum Boden gucken. Das sieht aus wie Spielzeug, alles so klein. 

Gleich bekommen wir zu Essen und zu Trinken. Die Männer und Frauen, die in der Kabine arbeiten heißen Flugbegleiter und der Chef von den Flugbegleitern auf dem Flug heißt Purser. 

Die Flugbegleiter kümmern sich um alles, so wie Mama und Papa. Sie passen auf, dass nichts passiert, sie bringen Essen und Trinken, sie räumen auf, sie kümmern sich um dich, wenn du Angst hast oder krank bist. Sie sind alle sehr nett. Ich fühle mich wie zu Hause, rund herum wohl. 

Vorne im Cockpit sitzen die Piloten. Je nachdem wie viele Stunden ein Flug ist, sind 2 oder 3 Piloten im Cockpit. Ist ja logisch. Wenn wir in Urlaub fahren, wechseln sich Papa und Mama ja auch mit dem Fahren ab. Das ist hier wohl nicht anders. 

Die Düsenmutti hat gesagt, sie hat eine riesige Überraschung für mich nach dem Essen. Ich platze vor Neugier!

Wow, was für eine tolle Überraschung! Ich darf ins Cockpit und mir alles Anschauen, aber nichts Anfassen. Ich bin der Köööönig der Welt ! :) 

Du glaubst nicht, wie viele Schalter, Bildschirme und Knöpfe es hier gibt. Kein Wunder, dass man da mindestens zu zweit drin sitzen muss. 

Es ist toll hier. Man kann vorne aus dem Fenster gucken, wie beim Autofahren. Ich könnte nie ein Flugzeug Fliegen. Bestimmt würde ich immer am falschen Rädchen drehen, das sind mir zu viele Knöpfe. 


Hier ist alles so aufregend. Jetzt weiß ich auch, wo der Spruch her kommt: Die Zeit vergeht wie im Fluge. 

Nicht mehr lange und wir werden Landen. Dann sind wir fast 7000 km geflogen, von einem Kontinent auf den anderen. Es dauert 9:30 Stunden. Das hört sich lang an, ich fand aber, dass es schnell vorbei gegangen ist. Es waren so viele neue Dinge, die ich gesehen und gelernt habe. 

Jetzt schlafe ich noch ein bisschen, damit ich fit bin, wenn wir in Chicago ankommen. 

Liebe Luisa, ich sende dir ganz viele Grüße bis bald, 

                                                                                     
dein Weltenbummler Lu










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