Lu Düsenbär

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Sonntag, 22. Februar 2015

Toronto - Peameal Sandwich, Wasserfälle und eine unterirdische Stadt

Liebe Luisa,

du glaubst nicht, wo ich war. Ich war in Toronto, Kanada, habe die Niagarafälle gesehen, eine verborgene Stadt unter der Stadt gefunden und ein unglaublich leckeres Sandwich gegessen. Am besten fange ich aber von vorne an.

Meine Düsenmutti hat mich mit nach Toronto genommen. Das liegt in Kanada und man braucht fast 9 Stunden um dorthin zu fliegen. Nach der Ankunft hat der Copilot die Crew gefragt, wer Lust auf einen Ausflug in Toronto hat. Ich habe ganz laut „ICH“ gerufen und durfte mit auf den Ausflug.


Der Copilot hat das Alles toll geplant. Nachdem wir den Mietwagen geholt hatten, waren wir in einer großen Markthalle frühstücken. Sie heißt St. Lawrence Market und ist mitten in Toronto.

Luisa, da gab es soooo viele leckere Sachen. Obst, Fisch, Fleisch, Süßigkeiten, Kuchen und Vieles mehr. Hmmm. 


Dort gibt es eine Bäckerei, die Carousel Bakery und sie ist weltberühmt. Ganz viele berühmte Leute haben hier schon gegessen. Die Spezialität hier heißt „Peameal Bacon Sandwich“. Das ist eine ganz bekannte Delikatesse in Toronto.

Ich war ja ganz schön skeptisch. Weißt du warum? Der Schinken ist mit Paniermehl aus gelben Erbsen paniert.


Das hört sich nicht wirklich lecker an, oder? Der Copilot hat sich ein Sandwich gekauft und gesagt, ich muss das unbedingt probieren. Zuerst wollte ich nicht, dann habe ich aber doch herzhaft reingebissen.


Luisa, ich habe mich ganz schön geirrt. Es war soooo lecker. Weißt du, ich musste direkt an Mama denken. Sie sagt auch immer, man soll Alles probieren. Sie hat so recht! Man sollte wirklich erst einmal probieren, bevor man sagt, dass man es nicht mag.

Nach einem so guten Frühstück ging es dann endlich los. Auf zu den Niagarafälle.

Das sind ganz große Wasserfälle. Sie liegen ungefähr 1.30 Stunde von Toronto entfernt. 


Niagara bedeutet eigentlich donnerndes Wasser. Diesmal hat nichts gedonnert, weil sie fast zugefroren waren. Das passiert nicht oft und es sieht toll aus. Es ist eine große Eislandschaft .

Das kann nur passieren, weil es hier seit vielen Wochen sehr kalt ist. Auch bei unserem Ausflug war es kalt. Über -20 Grad. Unglaublich kalt.

Ich war so aufgeregt, denn ich habe ja noch nie einen Wasserfall gesehen. Die Niagarafälle liegen zwischen Kanada und den USA.

 Die Fahrt ging ganz schnell vorbei und dann waren wir auch schon dort.

Luisa, ich habe noch nie etwas so Schönes gesehen. Alles war gefroren. 

Überall waren glitzernde riesige Eiszapfen, die Mauern hatten Schneehütchen an und es sah aus wie in einem Bilderbuch. 

Auf dem Wasser, dass den Wasserfall runter lief, waren ganz viele kleine Eisschollen. Das sah lustig aus. Sie tanzten auf dem Wasser, bevor sie in die Tiefe stürzten.

Alles hat in der Sonne wie funkelnde Diamanten geglitzert, unglaublich. Obwohl es so bitterkalt war, wollte ich nicht zurück ins Auto. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Und weißt du was lustig war? Dort wo das Wasser die Wasserfälle runter stürzte entstanden ganz dicke Wolken, die aussahen wie Rauchwolken, obwohl kein Feuer da war und alles gefroren war. 


Auf dem Rückweg sind wir noch an den Whirlpool Rapids vorbei gefahren. Die gehören zu den gefährlichsten Wildwassergebieten der Welt.


Da fliest das Wasser ganz schnell und dreht sich. Die ganzen dicken Eisschollen springen wild durch die Gegend und fahren Karussell. Das Wasser hat eine unglaubliche Farbe. Bei uns sehen die Flüsse meistens braun aus, hier aber sind sie tief grün, als hätte jemand einen Pinsel mit Wasserfarben im Wasserglas sauber gemacht. 


Wenn es wärmer ist, kann man sogar mit einer Seilbahn über das Wildwasser fahren. Das würde ich auch gerne einmal machen. 

Brrrr, jetzt war mir aber schon kalt. Es gab einen ganz leckeren Kakao für mich, damit mir wieder warm wird. Hmmmm, das tat gut. 

Wir sind dann zurück nach Toronto gefahren. Weißt du, was wir entdeckt haben, als wir das Mietauto zurück gebracht haben? Eine verborgene Stadt unter der Stadt!

Unter Toronto gibt es ein riesengroßes Labyrinth, es heißt The Path. Es ist über 30 km lang und man kann fast unter der ganzen Stadt durchlaufen. Man muss nicht durch die Kälte oder den Regen laufen. 

Dort sind über 1.200 Geschäfte und Restaurants. Da verläuft man sich ganz schnell, wenn man nicht aufpasst. Es ist richtig spannend, dort von einem Punkt zum nächsten zu laufen. Das ist wie eine Schnitzeljagd. Man muss die Wegweiser richtig lesen, sonst ist man ganz schnell woanders gelandet.

Diese verborgene Stadt gibt es schon ganz lange. Schon über 100 Jahre. Toll, oder?

Das war ein toller Tag. Wir haben so viel gesehen und unternommen. Ich bin abends bärenmüde in mein großes, weiches, warmes Bett gefallen und habe tief und fest geschlafen.


Auf dem Rückflug habe etwas ganz Tolles erleben dürfen. 

Ich durfte im Cockpit starten und konnte die ganze Stadt von oben sehen. 

All die Lichter haben geglitzert wie ein riesiger Piratenschatz. Die beleuchteten Straßen sahen aus wie lange Goldketten. Schau mal, ich habe extra Fotos für dich gemacht. Ist das nicht traumhaft schön?

So, jetzt ist aber Schluss mit diesem Brief. 


Bis bald, dein Lu

©Anke Moessner 2015 all rights reserved




Mittwoch, 18. Februar 2015

Bonjour, ça va - So spricht man hier




Bonjour aus Montreal! 






Na, da staunst du, liebe Luisa. Ich kann schon ein paar Wörter Französisch!! Das spricht man nämlich hier.

Montreal ist eine Stadt in Kanada, das liegt im Norden von Nordamerika. Und weißt du was, diesmal durfte ich von München aus fliegen. Da gibt es auch einen sehr großen Flughafen und man kann von dort aus überall in die Welt hin starten.

Hier ist es ganz schön kalt! Brrr! Minus 18 Grad sagt das Thermometer. Und hier weht auch noch ein eisiger Wind, der macht es gleich noch viel kälter. Aber zum Glück habe ich ein dickes Fell!! 


Nach der Ankunft mit unserem Airbus A330 war ich sehr müde. Montreal ist ungefähr 6.140 km von München entfernt, das machte 8:35 Stunden Flugzeit. Ich bin diesmal in der Economy Class geflogen. Das war aufregend! Soooo viele Menschen! 




Im Hotel bin ich gleich ins Bett gegangen und habe mich erst mal richtig ausgeschlafen. Damit ich fit bin für einen tollen Tag in Montreal!

Ich bin schon so gespannt, was wir heute unternehmen werden. Es ist immer noch sehr kalt draußen und überall ist Schnee!


Guten Morgen Luisa! Ich habe wunderbar geschlafen in dem riesigen kuscheligen Bett!

Das ist das Tolle an Hotels. Die Betten sind immer so groß, mit ganz vielen Kissen und soooo gemütlich. Da könnte man manchmal glatt liegen bleiben. 








Nach dem Aufstehen war ich erst einmal duschen und Zähne putzen. Das ist wie bei uns zu Hause. Da passen meine Düsenmuttis immer gut drauf auf, dass ich morgens und abends meine Zähne gut putze und mich wasche. So, und dann konnte der Tag beginnen! Auf in neue Abenteuer!









Als erstes sind wir Frühstücken gegangen. Ich liebe das. 

Es gibt so viele tolle Sachen, die ich noch nie gegessen habe oder die ich noch nicht einmal kenne. 

Zum Frühstück gab es diesmal einen Beeren Smoothie. Ich habe mich vielleicht erschrocken, als die Düsenmutti den für mich bestellt hat. War aber alles gut, der wird ja nicht mit „ä“ geschrieben. 


Dazu gab es leckere Blaubeer-Pfannkuchen mit viel Puderzucker und Ahornsirup. Mhmmm... Da könnte ich mich dran gewöhnen. Der Puderzucker hat vielleicht in meiner Nase gekitzelt. 




In Kanada bezahlt man mit lustigen Geldscheinen, die nennt man kanadische Dollar, die haben sogar ein Fenster zum Durchgucken, witzig oder? 

Kuckuck, ich sehe dich!

Es gibt viele verschiedene Geldscheine und die sind ganz bunt und fühlen sich anders an, als bei uns in Deutschland. Ich finde sie viel schöner. 










Ich durfte heute entscheiden, was wir machen. Und ich wollte erst einmal draußen im Schnee spielen. Das machte Spaß!! 

Ich bin in den Schnee gehüpft, der war aber so tief, dass ich komplett eingesunken bin. Meine Düsenmutti musste mich dann da raus holen. Alleine hätte ich das nie geschafft. Puh, ich habe mich ganz schön erschrocken. Kleiner Bär in Not! 

Danach bin ich einen kleinen Schneehügel hinuntergerutscht. Auf dem Bauch und mit der Nase zuerst! Ich habe eine ganz lange Rutschspur gemacht, schau mal. 

Und das Beste ist, ich habe für dich einen Schneeengel gemacht, Luisa! Guck mal! Ist der nicht toll geworden. Den habe ich nur für dich gemacht. 

Huiiiii!! Das hat Spaß gemacht! 


Überall ist Schnee, Schnee, Schnee. Der knirscht so schön unter den Füßen beim Laufen. 


























Ich durfte sogar auf einen Baum hoch klettern, weil ich die wehenden Fahnen ansehen wollte. 

Die Flagge von Kanada ist rot weiß rot gestreift, und auf dem weißen Teil ist ein rotes Ahornblatt. Leider wehte gerade kein Wind als ich das Bild gemacht habe. 

Kannst du trotzdem erkennen, welche Flagge die Kanadische ist?


Meiner Düsenmutti und mir war so kalt, wir sind dann schnell wieder ins Hotel gelaufen. Dort gibt es draußen einen Pool mit warmen Wasser in dem man auch im Winter schwimmen kann! 

Stell dir das mal vor Luisa! Guck doch mal wie der dampft!! Fast wäre ich hineingefallen. Die Jungs vom Cockpit wollten mich mit zum Schwimmen nehmen, aber das war mir dann doch zu nass. Bin doch kein Seebär.





Am nächsten Tag fuhren wir dann gut ausgeruht wieder zum Flughafen, unser Flugzeug stand dort schon für uns bereit. 

Ich durfte diesmal sogar am Getränkewagen mitarbeiten!! Das war toll!! Du kannst dir gar nicht vorstellen, was die Gäste alles trinken möchten. Manchmal sind ganz verrückte Getränke dabei, von denen ich noch nie gehört habe. 

Die Düsenmutti hat gesagt, die sind auch nichts für kleine Bären, da ist Alkohol drin. Die Namen sind aber lustig und sie sind teilweise schön bunt. 




Und als alle Passagiere ein Getränk von mir bekommen hatten, gegessen hatten und schon langsam einschliefen, mussten meine Düsenmutti und ich noch wach bleiben und Saft verteilen und nachsehen, ob es allen gut geht. 

Das ist ganz wichtig. Man muss immer viel trinken im Flugzeug, weil die Luft dort so trocken ist. Manche Gäste kommen ja auch nicht aus ihrer Reihe heraus, wenn sie am Fenster sitzen und die Nachbarn schlafen. Deshalb kommt die Crew immer rum und bringt Getränke. 






Dann waren wir wirklich schon etwas müde. Gut dass es an Bord auch Betten für die Crew gibt. Ich durfte in der Pause wieder dort schlafen. 
Das Tolle war, dass ich im Schlaf immer hin und her gewackelt bin, als wir über das Wolkenkopfsteinpflaster geflogen sind. Das ist so toll und schau mal, diesmal hatte ich Bettwäsche mit einem Nummernschild 



Den Sonnenaufgang durfte ich mir dann im Cockpit bei den Piloten ansehen. Wie schön!! 

Mein erster Sonnenaufgang im Flugzeug. Es war so wunderschön. Ganz tolle Farben: gelb, orange, rot, blau… 

Um sie zu Malen braucht man ganz andere Buntstifte. So tolle Farben haben wir nicht. 

Ich hätte ewig weiter zugucken können.  








Bei der Landung ließ mich der Kapitän sogar mithelfen, Luisa! Siehst du? Ich durfte sogar mit anfassen!!! Man könnte mich auch die rechte Hand des Kapitäns nennen. 


Ich war so aufgeregt! Kannst du dir das vorstellen? Lu Düsenbär hat bei der Landung geholfen. 



Nun ja, der Kapitän und der Copilot sind natürlich gelandet, aber ich durfte assistieren. Was für ein Erlebnis.



Uiii da hat es aber gewackelt!! 





Nach der Landung half ich natürlich noch die Koffer in den Crewbus einzuladen. Zuerst habe ich gedacht, ich müsste alle alleine in den Bus tragen, aber die Jungs aus der Crew haben mir geholfen.

Die Crew wird immer mit einem extra Bus vom Flugzeug abgeholt oder hin gebracht. Sie dürfen erst aus dem Flugzeug raus, wenn alle Gäste schon weg sind und sie das Flugzeug gecheckt haben. Das dauert immer noch eine ganze Weile.


Dann fuhren wir zurück zur Basis und verabschiedeten uns voneinander! Das macht man immer so. Das ist vielleicht ein Händegeschüttel- und Umarmungsmarathon. 

Man fliegt ja nie mit der gleichen Crew. Trotzdem hat man das Gefühl, dass man sich schon ewig kennt, selbst, wenn man sich das erste Mal sieht. Die sind alle so nett Luisa, das kannst du dir gar nicht vorstellen. 

Jetzt bin ich aber richtig fertig. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass Fliegen so anstrengend sein kann. 

Es sind so lange Tage und man muss soviel laufen, tragen, schieben und reden. Puhhhh, jetzt bin ich erst einmal froh, wenn ich zu Hause bin. 




Bis zum nächsten Abenteuer, Luisa!! 


Alles Liebe, 

                                 dein Lu!






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