Lu Düsenbär

Lu Düsenbär
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Montag, 27. Juli 2015

Lu an der Copa, Copacabana.....





Liebe Luisa,
eine Düsenmutti hat mich doch tatsächlich mit nach Rio genommen. Kannst du dir das vorstellen?! Rio!!! Ich konnte es gar nicht fassen und war auch ganz unvorbereitet. So ohne Badehose nach Rio ist schon doof. 


Rio ist sehr weit weg. Wir sind 12 Stunden lang über den Atlantik geflogen. Ein ganz schön langer Flug und meine Düsenmutti war ganz schön müde, als wir morgens um 7, als die Stadt eigentlich erst so richtig wach wurde, im Hotel ankamen. 

Wir hatten einen so unbeschreiblich roten Sonnenaufgang, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Ich habe versucht dir ein Bild davon zu machen, Luisa, aber es ist ganz schön verwackelt, weil der Busfahrer so schnell gefahren ist. Dennoch bekommst du einen guten Eindruck davon, wie rot der Himmel war. Sieht das nicht unglaublich aus. 


Das Hotel liegt direkt an der Copacabana. Kannst du dich noch an die WM 2014 erinnern? Da war die große Fanmeile, die man immer im Fernsehen gesehen hat, direkt vor diesem Hotel. Ich habe es auf Anhieb wieder erkannt.

Meine Düsenmutti hat sich erst einmal ein paar Stunden hinlegen müssen. Als sie endlich wieder wach war, war sie topfit und wir haben, mit ein paar anderen Düsenmuttis und Vatis einen Ausflug zum Hippie-Markt in Ipanema gemacht. 


Hin sind wir zu sechst in einem Taxi gefahren. Das war sehr eng, wie du dir vorstellen kannst, aber auch sehr lustig. Aber pssst, sag das aber nu ja nicht Mama und Papa, das gibt sonst bestimmt Stress. Ich fand es cool.

Auf dem Markt gab es tolle Handwerksarbeiten und Schmuck. Da gab es handgearbeitete Schuhe, Taschen, aber auch wunderschön gemalte Bilder. Meine Düsenmutti hat ihren beiden Söhnen jeweils eine wunderschöne Lederkette gekauft.

Sonntags ist die Küstenstraße zwischen Ipanema und der Copacabana für Autos gesperrt. 
So hatten wir Glück und konnten ganz gemütlich die Strecke zum Hotel am Strand zurücklaufen. Das war ein schöner Spaziergang und es waren viele Menschen zu Fuß und mit Fahrrädern unterwegs.


Am Abend haben wir uns mit der restlichen Crew an einer Strandhütte getroffen. Alle paar Meter gibt es diese Hütten, wo man etwas trinken kann und kleinere Bands brasilianische Musik spielen. 


Das ist so schön, in dieser Wärme abends bei einer solchen Stimmung zu sitzen und Kokosnüsse zu schlürfen. 

Guck mal, das ist eine echte, frische Kokosnuss. Die werden dann ganz frisch aufgeschlagen und das Kokosnusswasser ist ganz erfrischend. So sieht das vor den Strandhütten aus. Jede Menge Kokosnüsse. Auweia, die möchte ich nicht jeden Tag da alle hin schleppen müssen. 


Am nächsten Morgen ist meine Düsenmutti ganz früh aufgestanden und eine Runde joggen gegangen.

 Mir war das viel zu früh, aber ich habe tolle Bilder von meiner Düsenmutti gesehen. Sie hat erzählt, dass ganz viele Menschen am Strand unterwegs waren, um Sport zu machen. 

Einige Menschen hatten sogar ihren eigenen persönlichen Trainer dabei. So viele Sportbegeisterte hat sie schon lange nicht gesehen. 


Ich habe dann mit den ganzen Düseneltern gefrühstückt und musste mich entscheiden, was ich machen möchte. Ich hatte die Wahl einen Ausflug zum Zuckerhut und Corcovado zu machen oder mit meiner Düsenmutti eine Segeltour. 

Weil ich mir diesen riesigen Jesus unbedingt anschauen wollte, habe ich mich entschieden, mit der Wandertruppe mit zu fahren. Meine Düsenmutti hat mir aber versprochen ganz viele Bilder von ihrer Bootstour zu machen, damit ich mich auf meine nächstes Mal Rio freuen kann ;). 


Der Weg dorthin war super schön. Tolle Landschaft, durch den Regenwald. 

Schau mal hier Luisa, ich dachte, das wäre eine tolle Wohnlage von Rio, aber das sind das Favelas. Dort wohnen die armen Leute, sie haben aber den schönsten Blick auf Rio. 


Mei, war das alles aufregend. Ich musste mit einer Seilbahn fahren und habe auf die ganz Stadt runtergeschaut. Ich glaube sogar, ich habe das Segelboot mit meiner Düsemutti gesehen. Auf jeden Fall habe ich ihr mal vorsichtshalber gewunken.


Ein bisschen mulmig war mir in der Seilbahn aber schon zu mute. Ist ein ganz komisches Gefühl so hoch mit einer Seilbahn zu fahren. Pfff, schon seltsam, im Flugzeug macht mir das nichts aus, aber in der Seilbahn hatte ich Fracksausen. 

Wir sind mit ihr auf den Zuckerhut gefahren. Das war ganz schön aufregend. Es passen bis zu 65 Personen in so eine Gondel, da kannst du dir bestimmt vorstellen, wie groß die sind. 
Von da oben hatte ich einen tollen Blick auf die Copacabana und auf den Corcovado. Das war unser nächstes Ziel.  



Kannst du die Seile der Seilbahn sehen? Jetzt sag doch mal, ist doch echt ein bisschen angsteinflössend, oder? Ich war auf jeden Fall froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. 

Mir fehlt vermutlich der Pilot in der Gondel. Bin nicht gewohnt in solche Höhen ohne Cockpit zu kommen. 


Und los ging es. Auf zum Corcovado. Der ist 710 m hoch und oben drauf thront die Christo Statue. Weißt du was Corcovado bedeutet? Der Bucklige. Haha. Ich glaube aber, die meinen den Berg und nicht die Christus Statue. 


Diese Jesusstatue ist sooooooo riesig, Luisa. Unfassbar. Sie heißt eigentlich Cristo Redentor und ist über 30 Meter hoch. Mit Sockel sogar über 36 Meter. Seit 1931 steht sie nun schon dort oben auf dem Corcovado. 


In ihrem Sockel ist eine kleine Kapelle, dort haben 150 Leute Platz. Die habe ich zuerst überhaupt nicht gesehen. Sie liegt versteckt auf der Rückseite der Statue.
 

Da oben auf dem Berg war unheimlich viel los. Schau dir an, wieviele Leute hier oben sind. Das ist der Wahnsinn. 

Ich hatte echt Angst, das ich meine Wandertruppe verlieren würde. Wir haben doch tatsächlich vergessen Fotos von mir dort zu machen. 

Also haben wir es auf dem Fuß des Corcovados für dich nachgeholt.
Auf dem Rückweg sind wir an einer ganz tollen Treppe vorbei gekommen. Sie heißt Escadaria Selaròn und wurde von Jorge Selaron als eine Art Liebeserklärung an das Brasilianische Volk gemacht. 

Er hat 1990 angefangen die nicht so schöne und triste Treppe, die an seinem Haus vorbei führte mit Fliesen in den brasilianischen Farben zu verzieren. 

In den Anfängen hat er Bilder verkauft um Fliesen kaufen zu können. Er hat sie auch überall im Stadtgebiet zusammen gesucht. Von Baustellen, Müll usw. Später fingen Leute aus aller Welt an ihm Fliesen mitzubringen und er hat sie in sein Kunstwerk eingearbeitet. 

Heraus gekommen ist am Ende ein farbenfrohes Kunstwerk bestehend aus 250 Stufen, auf 120 Meter Länge und über  2000 Fliesen aus über 60 Ländern. 

Es macht richtig Spaß die Stufen langsam hoch zu gehen und sich alles genau anzuschauen. 
Wenn man hoch schaut, sieht man eine farbenprächtige Treppe. Sie sprüht geradezu vor Lebensfreude und guter Laune. 


Wenn man oben angekommen ist und nach unten schaut, verwandelt sie sich fast in das Gegenteil.

Da ist sie eher trist und ein bisschen traurig. Fast so, wie die zwei Seiten des Lebens oder Rio's. Reich und schön oder traurig und arm.

Keine Ahnung, ob er das so beabsichtigt hat, aber auf mich hat es so gewirkt und das fand ich dann noch viel beeindruckender. Die zwei Seiten der Medaille.
Soviel Ausdruck mit einer Treppe zu vermitteln, das schafft auch nicht jeder. 

Du weißt ja durch die Geschichte aus Sao Paulo schon viel über Brasilien. Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt Brasiliens. Ganz lange war Rio die Hauptstadt Brasiliens, bis Brasilia Rio abgelöst hat. 

Neben dem Zuckerhut, der Jesusstatue und der Copacabana ist Rio vor allem bekannt für den Karneval. Dieser wird ein ganzes Jahr vorbereitet und ist wundervoll bunt und mit toller Musik unterlegt. Du hast bestimmt schon mal etwas davon im Fernsehen gesehen. Ich schau mir die Bilder immer sehr gerne an. Da bekommt man richtig Lust zu tanzen. 

Am Abend haben wir uns wieder alle in der Strandbude getroffen und haben von unseren tollen Erlebnissen erzählt. Die Stimmung ist so toll gewesen. Die Leute hier sind alle so fröhlich und die können vielleicht Tanzen. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Das reißt einen sofort mit. Da kann man gar nicht anders. Hier werde ich zum Tanzbär. 

Meine Düsenmutti hat mir wunderschöne Fotos von ihrem Tag in Rio gezeigt. Sie ist mit Kollegen auf einen Segeltörn gefahren. 

Das war auch wunderschön. Sie sind vor der Küste vor Rio entlang gesegelt. Haben die Natur, das Wasser und die Atmosphäre genossen und die Seele baumeln gelassen. 

Später hat der Kapitän des Segelschiffes sogar noch ein tolles Abendessen für sie zubereitet. Er hat auf dem Schiff gegrillt! Luisa, kannst du dir das vorstellen? Ich hätte Angst das Schiff abzufackeln. Das war auch ein toller Tag. Das nächste mal, möchte ich das auf jeden Fall auch ausprobieren. Es sieht auf den Fotos wunderschön aus. 



Am Abend durfte ich noch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Was für ein traumhafter Ausklang meines Rio Abenteuers. 

Ach Luisa, was ich alles Tolles erleben darf. Ich bin so glücklich. 


Bis bald liebe Luisa,

dein Lu



©Valjbona Braimi & Anke Mössner 2015




Freitag, 13. Februar 2015

Chicago - Es ist alles so groß hier!

                                                                                              13. Februar 2015

Liebe Luisa,

ich bin in Chicago! Kannst du dir das vorstellen? Wow, was für eine riesige Stadt. Aus dem Flugzeug habe ich schon die vielen hohen Häuser hier gesehen. 

Weil sie so hoch sind, nennt man sie Wolkenkratzer. Ich glaube, der Name stimmt. Bei der Landung konnte ich aus dem Flugzeugfenster sehen, dass sie wirklich an den Wolken gekratzt haben. 

Guck wie hoch die Häuser sind. 

Hier ist alles soooooo groß, guck mal, wie klein ich hier aussehe.  Alles ist riesig, die Straßen, die Häuser, die Autos einfach alles. Es macht mir ein bisschen Angst. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hin gucken soll. Überall gibt es Dinge, die ich noch nie gesehen habe. 

Die Leute hier sprechen auch ganz anders. Sie sprechen Englisch. Hm, ich verstehe so gut wie nichts, aber sie sind alle unheimlich freundlich. 

Wenn ich unten vor so einem Wolkenkratzer stehe und hoch gucke, dann falle ich fast rückwärts um. So hoch ist der. Ich muss meinen Kopf ganz weit nach hinten beugen, damit ich den Himmel und das Ende des Wolkenkratzer sehen kann. Die Häuser hier sind alle so hoch. 

Blick aus unserem Zimmer

Schau mal, unser Zimmer ist im 25 Stock. Das ist sehr hoch. Bevor wir ins Zimmer gegangen sind, haben wir geschaut, wo der Notausgang ist. 


Die Düsenmutti sagt, dass das ganz wichtig ist. Wenn mal etwas passiert, dann wissen wir sofort, in welche Richtung wir Laufen müssen. Die Leitern von der Feuerwehr sind nämlich nicht so lang. Das wusste ich auch nicht. 

Mein Bett

Schau mal Luisa, ich habe ein riesiges Bett , mit mega vielen Kissen. Das wird bequem werden diese Nacht. Wir haben sogar zwei so große Betten hier.


 Es ist bitterkalt hier im Moment. -14 Grad und unheimlich windig. Jetzt wird mir auch klar, warum man Chicago "The windy City" nennt. Der Wind pfeift hier sehr oft so stark. 

amerikanisches Frühstück

Heute haben wir ganz viel gesehen. Zuerst waren wir Frühstücken. Die Amerikaner essen ganz andere Dinge zum Frühstück. Guck mal was wir bestellt haben. Das würden wir in Deutschland eher zu Mittag essen. 


Es waren Rühreier, Rösti, Käse, Paprika und Zwiebeln in der Pfanne, hat richtig gut geschmeckt. Dazu gab es noch Toast und jede Menge Kaffe. Ich habe Wasser getrunken. Am Ende war  ich ganz schön satt. 

Die Stadt ist so toll. Es gibt so viele Geschäfte, die ich noch nie gesehen habe. Ein Geschäft wäre was für dich gewesen. Da gibt es nur Puppen! 

Dann haben wir noch ein Geschäft gesehen, wo man nur Popcorn kaufen kann. Ganz viel verschiedene Geschmacksrichtungen. Nicht so wie bei uns.  Kannst du dir das vorstellen. Ein Geschäft nur für Popcorn? Ist schon komisch, aber lecker! Ich habe Karamellpopcorn gegessen. Hmmm.


Cloud Gate oder The Bean

Dann sind wir sind zum Millennium Park gelaufen. Das ist ein großer Park mitten in der Stadt. 


Dort steht eine ganz tolle Skulptur. Sie heißt eigentlich Cloud Gate, aber die meisten nennen sie "The Bean". Das ist das englische Wort für Bohne und sie sieht wirklich aus, wie eine riesige Spiegel-Bohne. 

Alles spiegelt sich in ihr. Die Skyline, die Wolken , die Menschen einfach alles. Sieht toll aus. Der Park ist auch super. Da gibt es noch ganz viele große Skulpturen und für uns einen ganz riesigen Spielplatz. Der ist mega groß und hat verschiedene Themen. Fast wie eine kleine Stadt. Schade, dass nicht Sommer ist.

Schlittschuhbahn im Park

Es war zu kalt zum Spielen. Man konnte auch Schlittschuh hier laufen, auf einer ganz langen Eisbahn. Sie hatten leider keine passenden Schlittschuhe in Bärengröße 4. Schade. 


Dafür durfte ich aber ein  bisschen Schlittenfahren im Park. Das hat Spaß gemacht. Es war toll dort. Wenn es wärmer ist, kann man hier auch Picknicks machen oder Grillen. Es stehen ganz viele Bänke und Tische hier. 
Schade, so etwas gibt es bei uns in Deutschland fast gar nicht. Alles ist sauber gewesen. Kein Müll der rum liegt. Die passen auf, dass der Park schön sauber bleibt. Da schmeißt keiner einfach etwas auf den Boden. 

Brrrrr, mir war ganz schön kalt. Zum Glück dufte ich wieder in Düsenmutti's Tasche. Das ist mein Lieblingsplatz, wenn wir unterwegs sind.
Meine Chicago-Düsenmutti
Von hier kann ich alles sehen und es ist wunderbar warm.



Wir sind viel gelaufen und haben uns viele Dinge angeschaut. Zum Lake Michigan sind wir auch gelaufen. Das sieht dort gar nicht aus, wie ein See eher wie ein Meer. Er ist von der Fläche noch viel größer als die Schweiz. Er ist 494 km lang und 192 km breit. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Er ist einfach nur riesig. Man kann überhaupt kein anderes Ufer sehen, wenn man dort steht. Beeindrucken. Ich habe noch nie so einen großen See gesehen. 

Am Lake Michigan 

Im Sommer ist dort ein Strand, wie am Meer. Jetzt im Winter war es zu kalt. Es war sogar so kalt, dass er teilweise zugefroren war. Unvorstellbar. Es waren dicke Eisschollen auf dem See und am Strand. So schön und so kalt. 


Es war ein toller Tag hier in Chicago, aber auch sehr anstrengend. So viele neue Eindrücke und Dinge, die ich gesehen habe. Das muss ich jetzt erst einmal Verarbeiten. Ich werde diese Nacht bestimmt Schlafen wie ein Bär. Ein paar Fotos von unserem Stadtbummel habe ich noch für dich gemacht. 

Sightseeing Bus in Chicago
Yeah, amerikanisches Polizeiauto


Ist gefährlich, wenn das Eis von den Hochhäusern fällt. 
Chillen beim Sonnenuntergang vor der Skyline


Chicago, Chicago......
Wir waren auch in einer Kirche










Liebe Weltenbummler-Grüße aus Chicago sendet dir
                                                                                dein Lu









©Anke Moessner 2015 all rights reserved







Donnerstag, 12. Februar 2015

Mein erster Flug - Ich bin der König der Welt!

                                                                                                        12. Februar 2015



Luisa, Luisa!

Ich fliege nach Chicago! Chicago, kannst du dir das vorstellen. Ich habe gerade mal nachgeschaut wo das ist. Chicago ist in den Vereinigten Staaten von Amerika und liegt im Bundesstaat Illinois. Wow, ich werde fast 7000 km von zu Hause fort sein. 

Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich dachte immer Oma und Opa wohnen weit weg, aber Papa sagt, das wären nur 50 km. Ich fliege heute fast 7000 km mit einem riesen großen Flugzeug. Die Düsenmutti hat gesagt es ist ein Jumbo. 

Nein, nicht ganz richtig. Sie hat gesagt es ist eine Boing 747-800, das schönste Flugzeug am Himmel. Man nennt es auch die Königen der Lüfte. Ich kann gar nicht Abwarten bis wir gleich los gehen. 

Wusstest du, dass in den Jumbo mit dem ich heute fliege 364 Passagiere passen?! Bei manchen Fluggesellschaften passen sogar 467 Passagiere rein. Die Düsenmutti sagt, dass das dann aber sehr eng ist. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Bei uns in der Grundschule sind wir 250 Kinder und das finde ich in der Pause schon immer unglaublich viele. 

In den Jumbo passen noch viel mehr rein, plus die Crew. So nennt man die Mitarbeiter, die sich während des Fluges um einen kümmern. Ich weiß überhaupt nicht, wie das gehen soll. Das ist alles so aufregend hier. Ein bisschen mulmig ist mir aber jetzt schon. Ich bin ja noch nie geflogen. Die Düsenmutti hat gesagt, ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Es kann nicht passieren. 

Wenn wir Starten und während des Fluges kann es manchmal ein bisschen Wackeln. Das ist aber nicht schlimm. Sie sagt, das ist, wie mit einem Auto über Kopfsteinpflaster fahren. Das ruckelt und holpert ja auch, aber passieren tut nix. Ich glaube ihr das. Wir gehen jetzt zum Flugzeug.

Oh Luisa, schau nur. Sie hatte recht. Das Flugzeug ist wunderschön und riesig. 

Es ist länger als breit , ich hätte nicht gedacht, das es Fliegen kann. 

Die 747-800 ist 76,3 m lang, aber nur 65,5 m breit. 

Wenn sie Abhebt ist sie fast 450 Tonnen schwer. Wahnsinn. Kannst du dir das vorstellen? Ich wiege gerade mal 30 Gramm und kann nicht Fliegen. Wie machen die das nur? Das ist mir wirklich ein Rätsel. 

Ha, ha, guck mal. Sie hat aus Quatsch gesagt, ich muss hier drin Reisen. Das stimmt aber nicht, da kommt nur das Handgepäck rein.

Ich habe einen riesig großen Sessel. Den kann man verstellen und ich habe sogar einen eigenen Fernseher mit ganz vielen Kinderfilmen. 


Heute darf ich mit ihr in der Business Class fliegen. Da sind die Sitze größer. Guck mal, wieviel Platz ich hier habe.  Diese Sitzplätze sind allerdings auch teurer, wenn man sie bucht. Es gibt nicht so viele davon im Flugzeug. 

Man muss sich immer gut Anschnallen. So wie beim Autofahren. Am besten lässt man den Gurt, während des ganzen Fluges geschlossen, das ist sicherer sagt sie. Falls das Flugzeug mal über das Wolkenkopfsteinpflaster fliegt. Wenn es so wackelt im Flieger, dann nennt man das Turbulenzen.

Gleich geht es los, wir Starten. Uiii, ich werde ganz doll in meinen Sitz gedrückt, so schnell rollt das Flugzeug jetzt. Das macht Spaß! Und schon heben wir ab. Unten war ganz schlechtes Wetter. Nur Wolken und Regen. Man konnte kaum etwas sehen. 

Wir steigen immer höher und immer höher und alles wird klitzeklein. Wenn ich aus dem Fenster gucke, dann wird alles weiß. Die Düsenmutti sagt, wir fliegen jetzt durch die Wolken, die wir vom Boden aus gesehen haben. Das wackelt ein bisschen. Lustig. 


Oh mein Gott, Luisa! Wir sind jetzt oberhalb der Wolken. Der Himmel ist so unglaublich blau und die Wolken unter uns sehen aus wie ganz weicher Schnee. Wunderschön. Ich wünschte, du könntest das sehen. Das kann ich dir kaum beschreiben. Das ist wie Vanilleeis mit heißen Kirschen. Ein Traum. 

Die anderen Flugzeuge schreiben weiße Streifen in den Himmel. Es sieht so schön aus! So etwas habe ich noch nie gesehen. Hier oben ist der Himmel viel, viel blauer, als am Boden. Soooo, schön. 

Die Düsenmutti sagt, dass das eines der schönen Dinge, dass sie am Fliegen so liebt. 

Egal wie das Wetter am Boden ist, hier oben scheint immer die Sonne oder man sieht die Sterne, den Mond oder die wundervollsten Sonnenunter- oder Sonnenaufgänge. Da hat sie recht. Ich könnte stundenlang aus dem Fenster schauen. Manchmal kommen Wolkenlücken und man kann bis zum Boden gucken. Das sieht aus wie Spielzeug, alles so klein. 

Gleich bekommen wir zu Essen und zu Trinken. Die Männer und Frauen, die in der Kabine arbeiten heißen Flugbegleiter und der Chef von den Flugbegleitern auf dem Flug heißt Purser. 

Die Flugbegleiter kümmern sich um alles, so wie Mama und Papa. Sie passen auf, dass nichts passiert, sie bringen Essen und Trinken, sie räumen auf, sie kümmern sich um dich, wenn du Angst hast oder krank bist. Sie sind alle sehr nett. Ich fühle mich wie zu Hause, rund herum wohl. 

Vorne im Cockpit sitzen die Piloten. Je nachdem wie viele Stunden ein Flug ist, sind 2 oder 3 Piloten im Cockpit. Ist ja logisch. Wenn wir in Urlaub fahren, wechseln sich Papa und Mama ja auch mit dem Fahren ab. Das ist hier wohl nicht anders. 

Die Düsenmutti hat gesagt, sie hat eine riesige Überraschung für mich nach dem Essen. Ich platze vor Neugier!

Wow, was für eine tolle Überraschung! Ich darf ins Cockpit und mir alles Anschauen, aber nichts Anfassen. Ich bin der Köööönig der Welt ! :) 

Du glaubst nicht, wie viele Schalter, Bildschirme und Knöpfe es hier gibt. Kein Wunder, dass man da mindestens zu zweit drin sitzen muss. 

Es ist toll hier. Man kann vorne aus dem Fenster gucken, wie beim Autofahren. Ich könnte nie ein Flugzeug Fliegen. Bestimmt würde ich immer am falschen Rädchen drehen, das sind mir zu viele Knöpfe. 


Hier ist alles so aufregend. Jetzt weiß ich auch, wo der Spruch her kommt: Die Zeit vergeht wie im Fluge. 

Nicht mehr lange und wir werden Landen. Dann sind wir fast 7000 km geflogen, von einem Kontinent auf den anderen. Es dauert 9:30 Stunden. Das hört sich lang an, ich fand aber, dass es schnell vorbei gegangen ist. Es waren so viele neue Dinge, die ich gesehen und gelernt habe. 

Jetzt schlafe ich noch ein bisschen, damit ich fit bin, wenn wir in Chicago ankommen. 

Liebe Luisa, ich sende dir ganz viele Grüße bis bald, 

                                                                                     
dein Weltenbummler Lu










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