Lu Düsenbär

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Samstag, 19. September 2015

Lu gestrandet in Brooklyn - Auch Bären bleiben stecken

Liebe Luisa, 

das glaubst du nicht! Mir ist vielleicht was passiert auf meiner letzten Reise. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Bin immer noch aufgeregt.

Alles fing damit an, dass Düsenmutti Anke ganz hibbelig an den Crew Check-In kam und mich gesucht hat. Sie hat mir erzählt, dass sie das Flugzeugmuster gewechselt hat und jetzt keinen Jumbo sondern den 380er fliegt. 

Die Umschulung hatte sie schon hinter sich und heute war der große Tag. Heute war ihr erster Flug auf dem „Dicken“ und sie hat mich gefragt, ob ich sie begleiten würde. So quasi als moralische Stütze. Na klar! Nichts lieber als das. Mal wieder den Duft der weiten Welt um die Nase wehen lassen.
Auf nach New York, genauer gesagt nach Brooklyn, denn da ist ja unser Crew Hotel. Ich habe mich total gefreut. Das Wetter dort sollte super sein. Das sind die Reisen, die ich mag.

Also, erst mal ab zum Briefing und dann in den Flieger. Habe mich mal hier und dort im Flieger rum getrieben, weil ich meine Düsenmutti nicht stören wollte bei ihrem ersten Flug auf dem neuen Flugzeugmuster. Da ist ja doch alles woanders und man muss sich erst einmal zurecht finden. Ich bin ja schon oft den 380er geflogen. Konnte ihr dann auch das ein oder andere zeigen. War sehr kurzweilig der Flug und schwuppdiwupp, waren wir auch schon in New York. Na das ging mal flott.  




Ich durfte vorne im Cockpit landen und wir hatten eine tolle Sicht auf Long Island und die Strände. 


Es war Wochenende und zahlreiche kleine Boote kurvten dort rum. Ich finde den Blick aus dem Cockpitfenster immer toll. Wenn man sieht, dass man der Landebahn immer Näher kommt. 

Das ist schon echt cool.  Schau mal, ich habe ein Timelaps Video für dich gemacht Luisa. Sieht lustig aus, oder? 30 Minuten Landeanflug in einer Minute.
Jetzt mussten wir noch die Einreiseformalitäten hinter uns bringen und dann ab in den Crewbus!



Alle Mann, ähm und Frau natürlich, ab ins Crewhotel. Strahlendblauer Himmel, 30 Grad und Big Apple. Besser geht’s nicht. 


Zuerst sind wir schön an die Uferpromenade von Brooklyn gelaufen und haben den Blick auf die Skyline genossen. Es ist immer wieder grandios. Ich kann davon einfach nicht genug bekommen. 

Danach sind wir noch mit vielen Crewmembern essen gegangen und im Hotel dann müde ins Bett gefallen.





Eigentlich sollten wir am nächsten Tag gegen Mittag wieder für den Rückflug abgeholt werden und dann kam alles anders. STREIK!! 


Es war Anke’s und mein erster Streik. Ich bin wach geworden, weil ich etwas rascheln gehört habe. Du kennst mich ja Luisa, neugierig wie ich bin, bin ich aus dem Bett gehopst und zur Zimmertür gelaufen und da lag eine Mitteilung von unserer P2 Nina.




Dort stand, dass sich unser Rückflug verzögern würde uns wir uns alle um 11 Uhr in der Lobby treffen, um alles weitere zu besprechen. Ich habe dann vollkommen aufgeregt Anke geweckt. 

Die war auch total überrascht, weil die Zeit eigentlich gereicht hätte zurück zu fliegen. Das Problem war aber, dass in Frankfurt nicht so viel Parkfläche für all die Flugzeuge gewesen wäre und schon gar nicht für die A380er. Also mussten wir länger bleiben. 


Wir zwei also runter in die Lobby. Dort saßen schon alle. Wir bleiben also zwei ganze Tage länger in New York. Wow, was für eine Nachricht. Ich habe mich ja gar nicht getraut es zu sagen, aber ich habe mich da drüber riesig gefreut. Zwei Tage länger in New York um die Stadt zu erkunden. Ich fand das klasse. Ich musste immer aufpassen, dass ich vor lauter Freude nicht im Kreis gegrinst habe. Habe dann besser mal mein traurig-betrübtes Gesicht aufgesetzt. War glaube ich besser.


Die anderen aus der Crew waren gar nicht so glücklich über den Streik. Eine Düsenmutti hat sogar die Einschulung von ihrem Kind dadurch verpasst. Sie war ganz traurig und wir haben alle versucht sie zu trösten. 
Ich habe mal schnell Schokolade besorgt und habe gehofft, dass ihr das ein bisschen hilft. Wir haben alles versucht, dass sie doch noch rechtzeitig zurück fliegen konnte, aber leider hat es nicht geklappt. 
Das fand ich auch ganz schlimm. Stell dir mal vor, wenn Mama oder Papa nicht bei unsere Einschulung dabei gewesen wären. 

Andere Düsenmuttis mussten jetzt regeln, dass ihre Kinder noch länger betreut werden. Wieder andere mussten ihren Hunde- und Katzensitter informieren und Termine verlegen. Ist gar nicht so einfach das alles aus der Ferne zu regeln. Ich hatte es da richtig gut. Bei mir war nichts zu regeln und ich konnte die extra Zeit genießen.

Ganz ehrlich Luisa, ich habe da noch nie drüber nachgedacht. So ein Streik bringt auch bei den Kollegen alles durcheinander, nicht nur bei den Gästen. Das ist für die Crewmitglieder eine sehr schwierige Situation. Sie kommen auch nicht weg, selbst wenn sie wollten. Oder ihre kompletten Dienstpläne werden auf den Kopf gestellt und viele Termine können nicht eingehalten werden. Ist also auch für sie nichts Schönes.


Nun gut, es ist wie es ist, wir waren jetzt also gestrandet in Brooklyn und haben das Beste draus gemacht. Am ersten Tag sind wir noch mit Kollegen zu Fuß los gezogen. 

Über die Brooklyn Bridge zu Ground Zero gelaufen. Ich habe ihnen dort meinen Lieblingsbaum gezeigt, den Survivor Tree und seine Geschichte dazu erzählt. Die kannten die noch gar nicht. Anke hatte mir ja versprochen mit mir mal auf den neuen One World Trade Center zu gehen. Diesmal aber nicht. Es war Labour Day und es war unglaublich viel in dieser quirligen Stadt los.  



Wir haben uns einen leckeren Smoothie gegönnt. Da konnte man aus allen möglichen frischen Früchten, Kräutern und Gemüsesorten auswählen. Manche Smoothies hatten danach eine echt schräge Farbe. Geschmeckt haben sie aber trotzdem super lecker.

Wir sind dann alle zusammen zum High Line Park gefahren. Ich bin U-Bahn in New York gefahren. Mega cool! Wie in den Filmen. Na ja, eigentlich bin ich ja schwarz gefahren. Anke hatte ein gültiges Ticket und hat mich mit durch die Kontrolle genommen. Ich fand es total cool in der Subway. 


Die Züge rasen in die Station. Viele Menschen steigen ein und aus und alles sieht ein bisschen gruselig aus. Ich glaube Nachts würde ich da nicht alleine einsteigen. 



Im Meatpacker District sind wir dann ausgestiegen. Hier fängt der High Line Park an. Der hat mir richtig gut gefallen. So einen Park kannte ich noch nicht. Es ist vermutlich der schmalste Park der Welt. Weißt du warum?  



Eigentlich ist das eine alte Hochbahntrasse, die früher den Güterverkehr durch New York gefahren hat. Irgendwann wurde sie nicht mehr genutzt und lag sehr lange still.




Man hat dann 2006 angefangen eine Art Hochpark aus ihr zu machen. Die alten Schienen kann man überall mal sehen. Er ist toll bepflanzt und überall sind schöne Möglichkeiten sich zu setzten und den anderen Blick auf die Stadt zu genießen. 




War irgendwie schon cool die Stadt aus dieser Position zu sehen. Dort war auch ein Lego Projekt. Jeder konnte da etwas aus Legosteinen bauen. Total cool. 

Abends sind wir wieder zusammen essen gegangen und dann war unser erster Tag in New York auch schon vorbei. Wow, das ging echt flott. Mir taten abends ganz schön meine Bärentatzen weh und ich war froh, als ich endlich in meinem riesigen, kuscheligen Bett lag. Morgen lag ein neues Abenteuer lag vor mir, also erst mal schlafen.


Der nächste Tag sollte auch toll werden. Wir haben mit 13 Crewmitgliedern zwei Autos gemietet und sind Richtung Long Island gefahren. 


Luisa, wusstest du, dass ganz in der Nähe von New York endlos lange Strände sind? Ich wusste das nicht so richtig. Wir sind zwar bei der Landung dort drüber geflogen, aber irgendwie habe ich diese wunderschönen Strände überhaupt nicht mit New York in Verbindung gebracht. Es war wunderschön dort.

Long Island ist 190 km lang und mehr als 30 km breit. Von der Fläche ist es fast so groß wie Mallorca. 


Es sind auch viele kleine Inseln rund herum. Wir waren schwimmen, haben uns die Gegend angeschaut und waren lecker essen. Eigentlich wollten wir bis South Hampton fahren, aber das war uns dann doch zu weit.  


Es war ein toller Tag und genau das Gegenteil zum hektischen lauten New York. Natur, Strände und Ruhe. Wir haben sehr viel gelacht und sind abends dann wieder richtig müde im Hotel angekommen. Auf dem Rückweg hatte ich den schönsten Sonnenuntergang seit langem. Schau mal.

Die Zeit verging wie im Fluge.


Am nächsten Morgen sind meine Düsenmutti und ich noch ein bisschen durch Brooklyn gebummelt und haben Fotos gemacht.  Sie hat mich gefragt, ob ich auch mal ein paar Bilder machen möchte. Na klar!!


Das hat mir vielleicht Spaß gemacht. Ich durfte Bilder aus meiner Perspektive schießen. Die sehen ganz anders aus, als die normalen Bilder.
Beinah wäre ich dabei von einem Rennrad überfahren worden. Ups. Immer schön aufpassen. Guck mal. Gefallen dir meine Bilder auch? Ich fand das cool, dass ich auch mal Fotos machen durfte. Mache ich in Zukunft öfter, falls mir eine Düsenmutti wieder ihre Kamera leiht. 

Tja, aber auch der schönste Umlauf geht mal zu ende. Kaum hier, war unser Zwangspausenthalt in New York auch schon wieder vorbei. Ich hätte noch länger bleiben können. Es kam mir gar nicht so vor, als wären wir zwei Tage länger hier gewesen. Ich hätte noch mindestens für 10 Tage Ideen gehabt, was wir anstellen könnten. 

Der Rückflug ging total schnell. Gerade mal 6:30 Stunden und wir waren schon wieder in Frankfurt. Das ist wirklich immer noch unglaublich für mich, wie schnell man an einem ganz anderen Punkt der Welt ist. Kann ich oft immer noch nicht glauben. Es ist anstrengend, aber auch toll. Bin jetzt schon gespannt, wo mich mein nächstes Abenteuer hin treiben wird und was ich dort wieder für neue Dinge sehen und erleben werde. 


Bis bald Luisa, pass auf dich auf,
dein Lu

P.S. Luisa, ich habe noch eine Diashow für dich gemacht. Wir haben so viele coole Sachen dort gesehen, die Bilder konnte ich nicht alle in der Geschichte veröffentlichen. Viel Spaß!!!!!



© Anke Mössner 2015


Montag, 29. Juni 2015

Welcome to Miami!


Aber bevor es soweit ist, steht noch eine ganze Menge Arbeit an...
Ich durfte mit meiner Düsenmutti Katja in den Purser Briefingraum.  

Dort bereiten sich die fliegenden Purser-Muttis (und natürlich alle anderen) auf ihren Flug vor. Man erfährt am Computer, wie viele Passagiere mitfliegen und wie lange der Flug dauert.

Und ob es Gäste gibt, um die man sich besonders kümmern muss. Wie zum Beispiel Kinder, die alleine, ganz ohne Mama und Papa durch die Gegend fliegen!

Sie besuchen Oma und Opa oder reisen zu ihren Familien nach Hause. Stell dir das mal vor, Luisa! Alleine in so einem großen Flugzeug! Aber die Kinder machen das ganz prima, hat mir meine Düsenmutti erzählt. Und die Flugbegleiter kümmern sich auch immer ganz lieb um sie. So wie sie sich immer um mich kümmern, hihi...

Nachdem wir das alles erledigt hatten, haben wir uns noch ein kleines Frühstück gegönnt. Denn bevor man im Flugzeug die Zeit findet, etwas zu essen, kann einem der Magen schon mal in der (Bären-)Kniekehle hängen! 

Nach dem Briefing der gesamten Crew - alle Flugbegleiter und die Piloten treffen sich und bereden noch einmal gemeinsam den Flug – sind wir mit einem Bus zum Flugzeug gefahren.

Zur Sicherheit tragen alle eine gelbe Warnweste, damit man immer gesehen wird und es zu keinem Unfall kommt. Leider habe ich noch keine Weste und so habe ich mich ganz eng an meine Düsenmama gekuschelt. 

Am Flugzeug angekommen stellen alle Crewmitglieder ihre Koffer ab und gehen an Bord. Schau mal Luisa, wie viele Koffer das sind!     


Während die Flugbegleiter ihre Arbeitsplätze vorbereiteten, habe ich es mir noch ein wenig bequem gemacht und mir die Business Klasse angeschaut. Schön kuschelig hier!   
                                                 
Ich durfte mich auch während des Fluges dort ein wenig ausruhen, denn der Flug hat lange 11 Stunden gedauert. Da kann man schon mal müde werden...

Nachdem wir dann endlich im Hotel angekommen sind, habe ich es nur noch geschafft, aus dem Fenster zu sehen und den Pool zu bewundern und dann bin ich ins Bett gekippt, denn es war schon 5Uhr früh in Deutschland! Die Zeitverschiebung haut mich jedes Mal von den Tatzen! 

Am nächsten Morgen wurde ich von der Sonne geweckt. Ich konnte vom Zimmer aus ganz weit aufs Meer schauen und links und rechts den Strand hinunter. Wie schön, gell?!
                                                                                          
Aber auf einmal hat mich etwas ganz dolle angeknurrt! Ich habe ganz erschrocken meine Düsenmama angeschaut und stell dir vor, sie hat nur gelacht! Sie wusste nämlich ganz genau, was das Knurren war: Mein Magen!

Mann, hatte ich einen Bärenhunger! Also auf zum Frühstücksbuffet... Nach dem riesigen Frühstück sind wir am Strand spazieren gegangen.

Schau mal, Luisa, es kann ganz schön gefährlich sein, sich in die Fluten zu stürzen... Die Wellen hier am Strand können sehr hoch sein und dich ganz schnell ins Meer ziehen.  Du kennst mich ja, ich bin kein Seebär. 

Deshalb bin ich, nachdem ich das gelesen habe, lieber am Strand geblieben und habe mir die Zeit mit Muscheln suchen vertrieben...  

Guck mal, ich habe ja wohl die coolste Liege der Welt, oder? Das Herz ist nur für dich, damit du deinen ollen Bärenbruder nicht vergisst. 
                                  
Zwischendurch habe ich die Tatzen mal ins Wasser gehalten...Brrrrr.... viel zu kalt zum Baden!                                                                                 


Nachdem wir uns noch ein bisschen am Pool aufgehalten haben und viel Sonne getankt haben, ging es auch schon wieder nach Hause.

Das war nur ein kleiner Aufenthalt und mir taten ganz schön dolle die Knochen weh!


Auch hier hat uns wieder ein Crewbus abgeholt und vom Hotel zum Flughafen gebracht. Das ist immer ganz praktisch und so kommt die Crew auch immer pünktlich zum Flughafen.                                                                                                                                                                                             Damit ich nicht verloren gehe, aber trotzdem alles sehen kann, was am Flughafen so passiert wurde ich unter den Griff der Handtasche geklemmt und los ging ́s.
                                           

Am Flugzeug angekommen, durfte ich mit dem Kapitän den sogenannten Outside Check machen. 

Wir haben das Flugzeug von außen untersucht, ob alles in Ordnung und ganz ist, zum Beispiel am Fahrwerk. Und dann hat der Kapitän mich in ein Triebwerk gesetzt – sieh nur, wie groooß das ist. 

Guck mal wie klein ich im Triebwerk aussehe!


Danach durfte ich im Cockpit noch ein wenig bei der Arbeit zuschauen. Hier studiere ich gerade den Flugplan. Darauf erkennt man den Weg, der geflogen wird und vor allem die Flugzeit und das Wetter unterwegs.

Leider war das Wetter auf dem Rückweg nicht so schön und ein doller Wind hat das Flugzeug ordentlich durchgeschüttelt. 

Meine Düsenmama war ganz grün im Gesicht und hatte dann auch keine Lust mehr Fotos zu machen. Mir war auch ganz flau im Magen und ich war froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. 

Aber trotzdem hatte ich eine Menge Spaß auf diesem Flug und ich freue mich schon auf meine nächste Reise und darauf, dir davon zu berichten! 

dein Lu


© Katja Grabe-Michel & Anke Mössner 2015

Donnerstag, 26. Februar 2015

Yeah, yeah, I'm going to Miami!

My dear little sister!

Welcome to Miami!


Steht da nach der Gepäckausgabe in riesigen Buchstaben zu lesen. Hier sind wir nun. Miami im Sunshine State Florida! Nach 9:55 anstrengenden Stunden, wie meine Düsenmutti mir eben erzählt hat. 


Es war ein Tagesflug nach Miami. Das heißt, dass man morgens früh am Abflugort wegfliegt, meist von Osten in Richtung Westen und landet noch im Hellen an seinem Zielort. Dort muss man die Uhr dann zurückstellen. 

Hier in Miami war es bei unserer Landung 14.48 Ortszeit, zu Hause in Deutschland war es aber schon 6 Stunden später, also fast 21Uhr abends. Je weiter man sich von Osten nach Westen bewegt, umso mehr Stunden muss man die Uhr verstellen. Hier an der Ostküste der USA sind es -6 Stunden, an der Westküste -9 Stunden zur deutschen Zeit. 

Und da es jetzt für die innere Uhr Abend ist werden die Passagiere auch jetzt erst müde. 
Sie waren wahrscheinlich bis auf kleine Nickerchen den ganzen Flug über wach und das ist auch der Grund warum solche Tagesflüge so anstrengend sind. Die Flugbegleiter sind andauernd auf den Füßen. Es ist immer etwas los und es gibt immer etwas zu tun.

2 Stunden nach unserer Landung sind wir dann endlich in unserem Hotel angekommen. Meine Düsenmutti meint, dass sie erst einmal duschen geht. Dann wollen wir für die Kinder von der Düsenmutti ganz spezielle Cornflakes kaufen gehen, in einem nahegelegenen Supermarkt. Auf dem Weg dorthin will sie mir etwas zeigen, hat sie gesagt. Ich bin gespannt.

Doch zuerst bleibt mir die Spucke weg, als ich das Badezimmer in unserem Zimmer sehe.

Es gibt eine riesige begehbare Dusche mit Regenbrause. Meine Düsenmutti sagt, dass sich das so anfühlt wie wenn man im Sommer draußen durch den Regen springt. 

Das haben wir auch schon lange nicht mehr gemacht, Luisa. Ich dusche heute nicht, ich will ja noch ins Meer oder wenigstens in den traumhaften Pool und danach habe ich mir vorgenommen in die Badewanne zu springen. 

Stell dir vor, Luisa, man kann in unserem Hotelzimmer die Wand zwischen Bad und Schlafbereich durch 2 Türen aufklappen und dann in der Badewanne liegend das Meer in der Ferne sehen. Ist das nicht traumhaft? 

Auf dem Weg zum Supermarkt kommen wir an einem Kanal vorbei. Hier in Florida gibt es wohl viele davon, weil die Menschen, die hier leben gerne auf dem Wasser sind und somit viele direkt hinter ihrem Haus ihr Motorboot oder ihre Segeljacht liegen haben. 

Quelle: florida-manatee-kings-bay-615.jpg
Was mir meine Düsenmutti aber in diesem Zusammenhang zeigen wollte ist dieses Schild. 

Es gibt hier in Florida nämlich Wassertiere, die Manatees heißen. Ein Manatee sieht so witzig aus, Louisa! Gesehen haben wir leider keines, aber die Düsenmutti hat mir dieses Bild hier gezeigt.

Sie essen ausschließlich Grünzeug, sind also Vegetarier...  Und diese Manatees oder auch Rundschwanzseekühe leben vorwiegend in warmen Gewässern, wie zum Beispiel den Kanälen rund um Miami. 

Das große Problem das die Tiere haben, ist Folgendes. Sie schwimmen wegen der höheren Wassertemperatur immer recht weit oben und die Motorbootschrauben können die armen Tiere fürchterlich verletzen.

Aus diesem Grund gibt es dieses Geschwindigkeitslimit in den Kanälen. Damit der Bootsführer die Tiere während der Fahrt bei geringer Geschwindigkeit noch erkennen und ihnen ausweichen kann. 

Good morning Luisa!

Stell Dir vor, die Sonne scheint und wir haben einen stahlblauen Himmel! Ich freue mich auf den Strand und das Meer und kann es kaum erwarten, endlich in die Umhängetasche zu schlüpfen! Vorher müssen wir uns aber noch mit Sonnenschutz einsprühen! 

Meine Düsemutti hat gestern in dem riesigen Supermarkt extra ein Schutzspray gekauft, das keinen Ölfilm auf Haut und Fell hinterlässt. 

Ich hätte gedacht, den einen Tag in der Sonne würde es schon ohne Sonnenschutz gehen. Aber die Düsenmutti sagt, die Haut verzeiht einem keinen Sonnenbrand. Also wird gecremt, in unserem Fall gesprüht, das ist einfacher. So bin ich gut geschützt, für die warme Sonne in Miami.

Natürlich haben wir auch die speziellen Cornflakes gekauft. Es sind Marshmellows darin und ich muss sagen, die Tochter der Düsenmutti hat einen guten Geschmack, mmh lecker!

Ich werde dir eine Packung mitbringen. Die werden dir schmecken, da bin ich ganz sicher.



Dann endlich geht es los, runter zum Strand. Luisa, das kannst du dir nicht vorstellen. Es war soooo schön! 

Das Meer schimmerte in blau und türkis. Wir beide hatten den Strand fast für uns alleine. 

Nur die Rettungsschwimmer auf ihren Rettungstürmen waren schon am Arbeiten. Sie überwachen den Strand und das Meer, sodass nichts passiert. Und sollte doch einmal jemand in Not geraten, spurten sie los, stürzen sich ins Wasser und retten so vielen Menschen das Leben. 

Heute wehte die gelbe Fahne am Rettungsturm im Wind. Das bedeutet, dass es in Ordnung ist ins Wasser zu gehen, man aber dennoch auf die Strömung aufpassen soll. Da wir beide ja immer noch nicht unser Seepferdchen gemacht haben Luisa, habe ich mich dazu en schieden, nur meine Tatzen ins Wasser zu halten. 

Das Risiko auf das Meer hinausgetragen zu werden, wollte ich dann doch nicht eingehen. Schau dir das Strömungsbild mal genauer an. Wenn mir so etwas passieren würde, ich weiß nicht, ob ich da entkommen könnte... Aber sollte einem mal so etwas passieren, gibt es immer noch die Rettungsschwimmer, die auf die Strandbesucher aufpassen. 

Wir haben dann lieber einen ausgedehnten Spaziergang gemacht und viele schöne Muscheln gefunden. Es waren auch 2 mit Loch dabei. Ich dachte, die fädeln wir uns auf und können sie dann als Halskette tragen. Was meinst du? 

Vom Spaziergang waren wir so erschöpft, dass wir uns ein bisschen am Strand hingelegt haben. Diese Siesta wurden dann aber jäh unterbrochen, als eine Möwe versuchte unsere schönen Muscheln zu schnappen. Unglaublich! 

Schau, die Düsenmutti konnte von dem Bösewicht gerade noch ein Foto machen. 

Viel zu schnell mussten wir uns vom Strand und der Sonne wieder verabschieden. Aber die Arbeit der Düsenmuttis ist es nun einmal Passagiere im Flugzeug zu betreuen und nicht, tagelang faul in der Sonne zu liegen.

Viel zu schnell mussten wir uns vom Strand und der Sonne wieder verabschieden. Aber die Arbeit der Düsenmuttis ist es nun einmal, Passagiere im Flugzeug zu betreuen und nicht, tage lang faul in der Sonne zu liegen.

Fertig bin ich aber noch nicht mit meiner Geschichte, Luisa. Die Düsenmutti hat mir auf dem Rückflug nämlich noch die Treppen im Flugzeug gezeigt. Diese Treppen verbinden sowohl ganz vorne, als auch ganz hinten das Main Deck. 

So heißt das Untere- oder auch Hauptdeck des A 380 mit dem Upperdeck, also dem oberen Stock. 

Oben sind die Sitze der First und auch der Business Class und unten sind ganz, ganz viel Reihen Economy Class Plätze. 

Ich hatte das Gefühl es nimmt gar kein Ende. Schau mal, hier sitze ich auf der schönen vorderen Treppe. Lange durfte ich da aber nicht bleiben, da diese Treppe eigentlich gar nicht benutzt werden soll. Man muss hier auch ganz besonders leise sein, denn hinter dem Vorhang oben befindet sich schon die First Class. 

Und da diese Gäste super duper viele Jahre Taschengeld für diesen einen Flug bezahlen, verdienen sie es natürlich auch, dass sie in Ruhe schlafen dürfen. Leise sind die Düsenmuttis und ihre Kollegen auch in allen anderen Klassen während eines Nachtfluges, da ja alle Passagiere ein Recht auf einen erholsamen Schlaf haben.... also PSSST! 

Wir sind ganz leise durch die ganze Economy Klasse gehuscht und an der hinteren Treppe angekommen. Dort versperrt mir ein Türgitter den Zugang zum oberen Deck. 

Das ist die Absturzsicherung, sagt mir die Düsenmutti. Das wird nur für Start und Landung geöffnet und natürlich dann, wenn ein Flugbegleiter das Deck wechseln muss. Sonst ist sie verschlossen und soll - wie der Name schon sagt - verhindern, dass jemand die Treppe herunterpurzelt.

Wow, wieder einmal ganz schön viel gesehen und erfahren. 

Ich dachte, ich hätte schon viel gelernt. Aber ich glaube, es gibt noch viel mehr da draußen…

Ich lege mich jetzt hin, meine liebe kleine Luisa. Morgen früh landen wir zeitig in Frankfurt und wer weiß, wohin meine Reise dann gehen wird… 

Schlaf auch du wohlig und warm in unserem Zimmer! Vielleicht solltest du Mama fragen, ob sie dir eine Weltkarte aufhängen kann. Dann könnest du überall dort, wo ich schon war eine kleine Fahne reinstecken...

Ich habe es mal in meine eingezeichnet. Schau hier. 

Ich bin schon 105.000 km geflogen. Das ist 2,6 x um die Erde. Wahnsinn, oder?




I love U Sis,

your big brother Lu

©Anke Mössner &Tina Wrage 2015 all rights reserved